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Fußball Training & Taktik

Fußballtraining für Kinder: Aufbau, Spielformen und Übungen für F- und E-Jugend

Kinder lernen Fußball am besten durch viele Ballkontakte, kleine Gruppen und echte Spielsituationen. Hier findest du die DFB-Spielformen, eine komplette Einheit und konkrete Übungen.

Kinder bei einer Übung im Mittelkreis, von oben fotografiert

Kurz gesagt

  • Der DFB gliedert den Kinderfußball in G-Jugend (U6/U7), F-Jugend (U8/U9) und E-Jugend (U10/U11); die neuen Spielformen gelten seit der Saison 2024/25 verbindlich.
  • Die Formate (2 gegen 2 bis 7 gegen 7) sollen jedem Kind viele Ballkontakte geben; Training soll diesem Prinzip folgen: spielen statt anstehen.
  • Eine gute Einheit besteht aus Aufwärmen mit Ball, Technikblock, Spielform und Abschlussspiel, mit kleinen Gruppen und kurzen Erklärungen.
  • Ausdauer entsteht bei Kindern nebenbei im Spiel; Runden laufen und lange Laufeinheiten ohne Ball gehören nicht ins Training.

Altersklassen und Spielformen nach DFB

Der DFB unterscheidet im Kinderfußball drei Altersklassen: G-Jugend (U6/U7), F-Jugend (U8/U9) und E-Jugend (U10/U11). Nach zweijähriger Pilotphase gelten die neuen Spielformen seit Beginn der Saison 2024/25 bundesweit verbindlich. Verbände sollen keine verpflichtenden Spiele im alten Format mehr ansetzen; Freundschaftsspiele bleiben möglich. Einzelne Details können sich je nach Landesverband unterscheiden, daher lohnt der Blick in die Spielordnung deines Verbands.

G-Jugend (U6/U7)F-Jugend (U8/U9)E-Jugend (U10/U11)
Spielform2 gegen 2 oder 3 gegen 33 gegen 3 bis 5 gegen 55 gegen 5 oder 7 gegen 7
Feldgröße (Beispiele)16 × 20 m bis 28 × 22 m3 gegen 3: 26–28 × 20–22 m; 5 gegen 5: 40 × 22–25 m5 gegen 5 wie F-Jugend; 7 gegen 7: 55 × 35 m
ToreVier Minitore, jedes Team verteidigt zweiVier Minitore, bei 5 gegen 5 auch zwei Kleinfeldtore7 gegen 7: zwei Kleinfeldtore
TorwartNeinOptionalBei 7 gegen 7 ja

Hinter den Formaten steht die Idee, dass jedes Kind viele Ballkontakte bekommt, Erwachsene weniger eingreifen und Siegen und Verlieren Teil des Spiels sind. Bei Spielfesten gibt es feste Wechselregeln, damit alle Kinder Einsatzzeit bekommen; in G- und F-Jugend gibt es keine Meisterschaftsrunde, sondern Spielenachmittage und Festivals. Mini-Tore dürfen bis zu 2 m × 1,2 m groß sein.

Die Spielform „Funino" (3 gegen 3 auf vier Tore) ist nur ein Teil des Konzepts, nicht der ganze Kinderfußball. Wenn es später um größere Formate geht, hilft der Beitrag zu den Fußball-Formationen.

Prinzipien für das Kindertraining

  • Viele Ballkontakte: Ein Ball pro Kind oder pro Zweiergruppe, keine langen Warteschlangen.
  • Spielen statt anstehen: Nutze mehrere kleine Felder statt einer großen Übung, an der alle warten.
  • Kleine Gruppen: Zwei bis vier Kinder pro Station.
  • Wettkampfformen: Kleine Duelle, Punkte und Staffeln mit Ball motivieren, ohne zu überfordern.
  • Wenig Erklären, viel Zeigen: Eine Übung erklärst du in zwei Sätzen, dann beginnt das Spiel; Korrekturen gibst du während der Übung.
  • Loben: Hebe Mut, Versuche und Fortschritte hervor, nicht nur Tore.
  • Beidfüßigkeit: Fordere beide Füße ein, ohne Druck.

Eine 75-Minuten-Einheit für die E-Jugend

Die folgende Einheit ist für etwa 12 bis 16 Kinder (U10/U11) gedacht. Sie besteht aus vier Blöcken mit kurzen Trinkpausen.

BlockDauerInhaltFeld und MaterialVariation
Aufwärmen mit Ball15 Min.Ballgefühl-Pendel, Sohlenarbeit, Fangspiel „Schwänze fangen" mit Ball30 × 30 m, 1 Ball pro Kind, HütchenNur schwacher Fuß, Ball nur mit der Sohle
Technikblock20 Min.Slalom-Dribbling und Ballkontrolle in 4 Stationen4 kleine Felder à 10 × 10 m, je 4 Kinder, Hütchen, ReifenStationen nach 5 Minuten wechseln
Spielform25 Min.3 gegen 3 auf vier Minitore, Rotation der Teams2 Felder à 25 × 20 m, 8 Minitore, LeibchenTor zählt erst nach 3 Pässen, nur Linksschuss
Abschlussspiel15 Min.5 gegen 5 oder 7 gegen 7 auf Kleinfeldtore, freies Spiel40 × 25 m bzw. 55 × 35 m, Tore, LeibchenTeams neu mischen

Plane zwischen den Blöcken eine kurze Trinkpause ein, bei Hitze auch häufiger. Die Aufsicht übernimmt eine erwachsene Person pro Gruppe, die ständig im Blick behält, wer wo spielt.

Zehn Übungen für Dribbling und Ballkontrolle

ÜbungAblaufCoaching-Punkt
Ballgefühl-PendelBall mit den Innenseiten schnell zwischen linkem und rechtem Fuß hin- und herbewegen, im Stand, dann im GehenBall nah am Körper, Blick zwischendurch heben
SohlenarbeitBall mit der Sohle zurückziehen und mit der Innenseite wegschieben, im WechselBeide Füße, kleine Schritte
Slalom-Dribbling8 Hütchen im Abstand von 1,5 m, mit Innen- und Außenseite umkurven, zurück mit anderem FußBall in Reichweite, Tempo steigern
Hütchentor-DuellZwei Kinder, mehrere Hütchentore; wer in einer Minute durch die meisten Tore dribbelt, gewinntKopf hoch, Lücken suchen
Schatten-DribblingZu zweit, jedes Kind mit Ball; Kind A führt, Kind B kopiert die BewegungenRichtungswechsel, Tempowechsel
Fußball-FangenAlle dribbeln im Feld, zwei Fänger ohne Ball versuchen, Bälle wegzuspielenBall abschirmen, Körper zwischen Gegner und Ball
Tore-DribbelnViele Minitore im Feld; wer durch ein Tor dribbelt, sucht sofort das nächsteSchnell umschauen, offene Tore erkennen
Ballkontrolle mit ZuwurfPartner wirft den Ball zu, Kind kontrolliert mit Fuß, Oberschenkel oder Brust und passt zurückEntgegen gehen, weiche Annahme
Passen und MitlaufenZwei Kinder passen sich im Gehen den Ball über 10 m zu, dann im TrabenFuß fest, Spielbein zum Partner zeigen
Torschuss-RotationDrei Kinder pro Tor, abwechselnd Schütze, Torwart, Balljunge; Schuss nach Dribbling um zwei HütchenAufs Tor schießen, mutig abschließen, beide Füße

Alle Übungen sind so gedacht, dass jedes Kind ständig einen Ball am Fuß hat. Fordere die Aufgaben nacheinander schwerer ein: erst im Stand, dann in Bewegung, dann mit Gegner.

Praxis-Tipp: Baue Wettkampf ein, der nicht auf Ausscheiden beruht. Statt „Wer zuletzt kommt, scheidet aus" funktionieren Punktejagden und Staffeln, bei denen alle weiterspielen.

Zwei Spielformen für den Technikblock im Detail

2 gegen 2 auf vier Minitore

  • Feld: 16 × 20 m, vier Minitore (je eines in jeder Ecke einer Schmalseite, jedes Team verteidigt zwei).
  • Spieler: 2 gegen 2 pro Feld, je ein Wechselspieler pro Team. Mit 12 Kindern richtest du drei Felder ein.
  • Material: 4 Minitore pro Feld, 1 Ball pro Feld, Reservebälle, Leibchen in zwei Farben.
  • Ablauf: Spielzeit 3 bis 4 Minuten pro Runde. Nach jedem Tor wechselt jedes Team ein Kind aus, so wie es der DFB für die G-Jugend vorsieht. Nach der Runde rücken Gewinner und Verlierer ein Feld weiter.
  • Coaching-Punkte: Nicht vorgeben, wer wann passt; Kinder sollen selbst Lösungen finden. Lobe mutige Dribblings auch dann, wenn sie scheitern.
  • Variation: Tore zählen nur nach einem Dribbling an einem Hütchen vorbei; oder der Ball muss vor dem Torschuss einmal die Mittellinie überqueren.

Pass-Dreiecke mit Gegenspieler

  • Feld: Dreieck mit etwa 10 m Seitenlänge, zwei Dreiecke pro Gruppe.
  • Spieler: 3 gegen 1 pro Dreieck, bei zwölf Kindern also drei Dreiecke mit je vier Kindern.
  • Material: 3 Hütchen pro Dreieck, 1 Ball, Leibchen für den Verteidiger.
  • Ablauf: Drei Kinder passen sich den Ball zu, der Verteidiger versucht ihn zu erobern. Wer den Ball verliert, tauscht mit dem Verteidiger. Nach zwei Minuten werden die Dreiecke gewechselt.
  • Coaching-Punkte: Anbieten in freie Lücken, Ball erst annehmen und dann passen, Blick vor der Annahme heben.
  • Variation: Zwei-Kontakt-Regel; zusätzliche Anspielstation in der Mitte; alle drei Spieler dürfen sich nach dem Pass bewegen.

Beide Formen folgen dem gleichen Prinzip wie die Wettbewerbsformate des DFB: kleine Gruppen, viele Aktionen, schnelle Wechsel. Du musst keine Spielzüge vorgeben. Es genügt, die Aufgabe einfach zu halten, ein Zeitfenster zu setzen und die Kinder spielen zu lassen. Wenn eine Form zu schwer ist, vergrößerst du das Feld oder nimmst einen Gegenspieler heraus; ist sie zu leicht, verkleinerst du die Fläche oder fügst eine Regel hinzu.

Was du im Kindertraining vermeiden solltest

  • Runden laufen oder lange Läufe ohne Ball: Ausdauer entsteht bei Kindern im Spiel. Erwachsenenähnliche Konditionseinheiten mit Intervallen sind für Kinder nicht vorgesehen; mehr zum Unterschied steht im Beitrag zum Fußball-Ausdauertraining.
  • Lange Erklärungen: Je länger Kinder zuhören, desto weniger spielen sie.
  • Anstehen: Wartezeiten vermeiden, indem du mehr Stationen oder kleinere Gruppen einrichtest.
  • Positionsfixierung: Lass die Kinder verschiedene Positionen und die Rolle im Tor erleben. Nach dem DFB steht in dieser Phase vielseitige Bewegungserfahrung im Vordergrund, spezielles Torwarttraining ist noch kein Schwerpunkt.
  • Ergebnisdruck: Ergebnisse zählen beim Spielfest, aber du bewertest Kinder nicht nach Toren.

Sicherheit und Aufsicht

Kinder brauchen eine verlässliche Aufsicht, funktionierende Tore und Trinkmöglichkeiten. Kippsichere Minitore, Schienbeinschoner und geeignetes Schuhwerk gehören zur Grundausstattung. Bei Verletzungen, auffälliger Atemnot, Schwindel oder anhaltenden Schmerzen eines Kindes klärst du das mit den Eltern und einer Ärztin oder einem Arzt ab.

Wichtig: Deine Aufsichtspflicht endet nicht, wenn Kinder in Gruppen arbeiten. Behalte alle Felder im Blick und stelle bei mehreren Gruppen weitere Betreuungspersonen sicher.

Dein nächster Schritt

Baue die nächste Einheit nach dem Muster aus der Tabelle: 15 Minuten Aufwärmen mit Ball, 20 Minuten Technikstationen, 25 Minuten 3 gegen 3 auf Minitore, 15 Minuten freies Spiel. Wähle dafür vier Übungen aus der Liste und zähle nach der Einheit, wie lange einzelne Kinder warten mussten. Wo es Wartezeit gab, teilst du beim nächsten Mal die Gruppen kleiner. Weitere Themen findest du im Bereich Fußball.

Häufige Fragen

Ab wann spielen Kinder mit Torwart?

Nach dem DFB sind Torhüter schon in der F-Jugend möglich und spielen ab der E-Jugend regelmäßig mit. Vorher stehen vielseitige Bewegungserfahrung und Spaß im Vordergrund.

Wie groß sollten Trainingsgruppen sein?

Je kleiner, desto mehr Ballkontakte pro Kind. Teile die Mannschaft für Technik und Spielformen in Gruppen von zwei bis vier Kindern auf.

Wie gehe ich mit Niederlagen um?

Der DFB betont, dass Ergebnisse weiter zählen; bei Spielfesten entscheiden sie über den Wechsel auf ein anderes Feld. Mehrere Spiele pro Festival helfen, eine Niederlage schnell zu verarbeiten.

Quellen

  1. Kinderfußball: Die neuen Spielformen für G-, F- und E-Jugend Deutscher Fußball-Bund (DFB) · abgerufen am 28. Oktober 2026
  2. Kinderfußball: Irrtümer Deutscher Fußball-Bund (DFB) · abgerufen am 28. Oktober 2026